Videobeiträge

 

 

Mit den Videobeiträgen sollen lokale Themen und Probleme filmisch aufgegriffen und zur kulturellen Produktion angeregt werden. Dabei werden den Teilnehmenden die Spielräume für die filmische Umsetzung ihrer Ideen weitgehend offen gehalten. Die Themenwahl erfolgt durch die Teilnehmenden, wobei das Thema möglichst viele Dorfbewohner ansprechen soll. Mittels einer essayistischen oder dokumentarischen Herangehensweise, deren Verfahren im Workshop näher gebracht werden, kann das Thema von verschiedenen Perspektiven angegangen werden. Die Teilnahme ist freiwillig und kostenlos, filmische Diffamierung wird zurückgewiesen und gelöscht. 

 


Videobeiträge 2013 

 

11 Kurzfilme mit unterschiedlichen Themen wurden produziert:

In Simser geht eine Männercrew einer alten Tradition auf die Spur. Sie wollen wissen, wie es sich für eine Frau anfühlt, jeden Monat für 5-10 Tage während der Menstruation auf dem Feld oder im Stall zu sein. Gefunden werden Frauen und Männer, die sich darüber Gedanken machen, Vor- und Nachteile abwiegen und innerhalb des gesellschaftlichen Systems neue Ansätze finden, würdevoll mit den Frauen in der Menstruation umzugehen. In Matelapul erzählen Einwohner, wie der wirtschaftliche Kollaps des ehemalig florierenden Handelsdörfchens – verursacht durch eine Strassenanbindung – mit Mut zum Übergang in einen ‚neuen‘ Sektor teilweise überwunden werden konnte: mit Agrikultur und neuen Cashcrops. Eine vom Dorf Morka iniziierte Kooperative erzählt, was sich wirtschaftlich für das Dorf verändert hat und wie aus vielen kleinen Beiträgen grosses vollbracht werden kann, und Bauern erzählen, wie mit einem neuen Bewässerungssystem (Small Scale Irrigation) die Ernte optimiert und mit geschickter Wasserspeicherung (Rainwater Harvesting) Trinkwasservorräte angelegt werden können. Auch Leute im Dorf Managhat erzählen – während die Ernte eingenommen wird – wie das Leben vor und nach dem Bewässerungssystem war. Lehrer und Kinder von Bharta geben Auskunft über das Schulsystem in ihrem Dorf, legen Wünsche für Verbesserungen offen. In Thapachaur ist nepalisches Neujahr, wir wollen wissen, was sich die Menschen im neuen Jahr fürs Dorf wünschen. In Bestara gehen Männer den Frauen-Tänzen auf die Schliche. Volkstänze und Schwerttänze wollen auch in Siradi gefilmt werden, ein kleines Festival entsteht spontan. In den Hauptdistriktorten Dailekh und Manma werden die Leute auf der Strasse gefragt „Wenn du etwas ändern könntest in deiner Stadt, was würde es sein?“. In Dailekh Bazar besuchen wir einen lokalen Arzt. Er erklärt Ursachen kommuner Krankheiten und wie mit den lokalen Ressourcen der Peripherie vorgebeugt oder gelindert werden kann.Filmauswahl Schlüssel: SSCSWN

 


Videobeiträge 2014


Pariwartan (Change), Katike

Treatments, Panga

Our Symbol of Unity, Tamakani

Ghumi Piri Rumjatar, Rumjatar

Our Village Education, Kharpa

Seven Stones, Bhadaure


Beschreibung und Filmauswahl folgt in Kürze



 

 

Vorfilm 


"Handwash-Clip" von Unicef

Der Clip zeigt paar einfache Methoden des Händewaschens und wie damit der Ausbreitung von Krankheiten vorgebeugt werden kann. In Jajarkot beispielsweise, wo wir unterwegs waren, starben vor zwei Jahren Tausende an einer Choleraepidemie. Mit einem Video-Clip lassen sich Informationen sehr leicht unter die Menschen bringen, der Grossteil der Menschen kann weder Lesen noch Schreiben. 



Hauptfilme 


Es wurden inhaltsstarke Filme präsentiert, die unterhalten und alltägliche Situationen schildern. Die Thematik soll die Rezipienten dazu anregen, über ihre Lebensumstände zu reflektieren und die im Film verorteten Lösungsansätze sollen dem Publikum Impulse verleihen, sich selbst als aktiv Handelnde zu verstehen. Im Gepäck hatten wir unter anderem:

 

IN SEARCH FOR REAL (Kesang Tseten, Nepal 2010) 

Der Dokumentarfilm thematisiert die Arbeitsmigration in die Golfstaaten. Der Filmemacher geht mit den Migranten mit, ist vor Ort und lässt sie sprechen. IN SEARCH FOR REAL nimmt ein für Mid-West Nepal hochaktuelles sozialwirtschaftliches Phänomen auf. Die Arbeitslosigkeit ist akut, viele migrieren temporär nach Indien, immer häufiger auch nach Malaysia oder in die Golfstaaten. Das dort verdiente Geld soll ein besseres Leben in der Heimat ermöglichen, und das Abenteuer lockt. Ausbeutung ist die Regel, die Erinnerungen an das harte Leben auf den Baustellen oder in den Herrenhäusern des Golfes wird zurück zu Hause oft in Alkohol ertränkt. Die Dagebliebenen wissen kaum, wie es ihren Nächsten in der Ferne ergeht und die Jungen, was sie erwartet. IN SEARCH FOR REAL zeigten wir in von der Migration gekennzeichneten Gemeinschaften. Die Betroffenen waren sichtlich berührt, konnte sich doch zuvor kaum jemand in ihrem Dorf die Golfstaaten vorstellen. 

 

BATO MUNI KO PHOOL (FLOWERS BY THE WAYSIDE, Suroj Subba, Nepal 2011) 

Der Spielfilm nimmt den Diskurs des Kastensystems auf und verpackt ihn in eine bunt inszenierte Liebesgeschichte. Bereits im Vorspann beginnt der Film laut und heftig: Ein in Handschellen abgeführter Mann wird verhört, ihm droht der Tod am Strang. Eine aufgewühlte Menschenmenge belagert die Polizeistation. Laute Hetzrufe durchdringen die Stille der Verhörsäle: «Hängt den Mörder!» Der Dhalit – der Kastenlose – soll büssen. Die Geschichte wird aufgerollt. Verschiedene, geschickt ineinander verwobene Erzählstränge lassen Spannung entstehen und zahlreiche schön inszenierte, brave Liebesszenen münden in süssen Liedern, gesungen vom Liebespärchen, dem unschuldigen Dhalit und der schönen Brahmanin. Eine Geschichte, die sehnsüchtige Romantik und das hierarchische Kastensystem aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchtet. Der Film behandelt die Kastenproblematik anschaulich und verständlich, ohne zu verurteilen. Der Streifen vermochte zu erklären – traditionalistische Unterdrückung, wie die Reflexivität gesellschaftlichen Handelns. 

 

NUMAFUNG (SCHÖNE BLUME, Nabin Subba, Nepal 2002) 

Ein feiner, stimmungsvoller Film, der Frauen motiviert, in einer patriarchalisch dominierten Gesellschaft für die eigenen Bedürfnisse zu kämpfen. Die kleine Frauenemanzipationsgeschichte – gespielt im ländlichen Eastern Nepal, einer sehr abgeschiedenen Gegend – zeigt die verschiedenen Lebensetappen einer jungen Frau in ihrem Heimatdorf und wie sie mit den traditionell vorgegebenen und festgefahrenen Familienstrukturen zurecht kommt. Er zeigt nicht nur die Komplexität der gesellschaftlichen Muster, sondern bringt auch innere Befindlichkeiten wie Trauer, Verzweiflung, Liebe und Einsamkeit sehr sensibel zum Ausdruck. 

 

HASI DEU EK PHERA (SMILE ONE TIME, Shiva Regmi, Nepal 2011) 

Eine Komödie vom Star-Regisseur Shiva Regmi, die Themen wie Alkoholismus, Liebe, häusliche Gewalt oder Kleinkriminalität raffiniert, witzig und mit harmloser Moral einbindet. Sie handelt von einem kleinen Jungen, der bei einem Autounfall die Eltern verliert und nun vom schnarchenden Onkel Hari aufgezogen wird. An sich für die Nepali eine irrwitzige Situation, sind doch die Frauen für die Erziehung verantwortlich. Der Film steht ein für Fürsorglichkeit und hält eingespielten, rohen Erziehungsmustern einen sanften, liebevollen und unkonventionellen Umgang entgegen. 

In Kathmandu nahmen wir eine kurze Einführung mit dem Regisseur auf, worin er die Aussagen, die er mit dem Film zu vermitteln versucht, kurz erklärt und das ländliche Publikum begrüsst.